Linkin Park - A Thousand Suns

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Linkin Park - A Thousand Suns

Beitrag  Animagus am Mo 28 März - 3:08:43

So, es gibt tatsächlich meinen heiß gewünschten Themenbereich, hurra!
Zum Anfang sei gesagt, dass meine Rezensionen nicht perfekt sein werden; ich versuche es erst gar nicht, wird eh nix.
Erfahrungsgemäß sind meine Rezensionen immer ziemlich lang, aber auch lohnenswert gelesen zu werden. Nicht aufgeben bei der Hälfte, ihr packt das! Wink

Ich hoffe, dieser Bereich findet viele Anhänger, sodass wir uns gegenseitig die richtige Musik empfehlen bzw. abraten können.
Los gehts!
Linkin Park - A Thousand Suns



"We were not making an album"
Mit diesen Worten beginnen die Worte der Band zu Anfang des Booklets. Verzerrt, verwischt, kaum leserlich. So setzt sich dies bis zum Ende durch, dazwischen künstlerische, unwirkliche Bilder von Krieg und anderen Dingen.

Genauso verzerrt ist das Album auch. Ein solches Album war im Nachhinein betrachtet eine logische Konsequenz aus der Bandgeschichte, ähnelt es doch von der Art her gewissermaßen der des Remix-Albums "Reanimation".
Auf eine Reise möchte uns Linkin Park mit ihren mittlerweile achten offiziellen Album mitnehmen; das Album soll sozusagen als Ganzes fungieren. Und das gelingt!
Mit viel Elektronik, leisen, zarten Klängen, gepaart mit puren Emotionen ist das Album ein einziger Trip.
Dass das Album tatsächlich kein "klassisches" ist, ist allein schon daran zu erkennen, dass bei 15 Songs "nur" 9 richtige Lieder sind, die restlichen 6 sind Bridges, Einleitungen und Einspielungen, zum Teil auch von bekannten Rednern wie Martin Luther king.
Das poppig, elektrisch, aber dennoch teils laute Album wird nun im Folgenden einzeln geschildert:

The Requiem:
Mit zarten Klavierklängen beginnendes Intro, steigernd durch sanften Gesang und kindlicher Stimme, fließt es, immer lauter werdend in...

The Radiance:
, wo ein Ausschnitt aus eine rRede zu hören ist. Unspektakulärer, kurzer Einspieler für...

Burning in the Skies:
Sanfte Gitarrenklänge und wieder viel Klavier, zusammen mit zurückhaltendem Gesang von Mike Shinoda, der allgemein im Album deutlich mehr singt als bisher, bilden die Strophen für die gefühlvoll gesungenen Refrains durch Chester Charles Bennington.
Auch hier vermischt sich das Ende mit dem folgenden Song:

Empty Spaces:
Ein paar Sekunden Gewehrfeuer und Kriegsrufe in weiterer Entfernugn bilden die Brücke zu:

When they come for me:
Bass. Viel Bass. Das beschreibt diesen durch Trommeln extrem rythmischen Song sehr gut. Mike rappt sehr viel, Chester bringt einen ungewohnten, orientalisch klingengen Gesang im Chorus. Ab etwa der Hälfte des Sings kippt das Ganze (was in vielen Songs dieses Albums zu hören ist), wird etwas gefühlvoller, bevor der Schluss sich nochmal komplett dem Orientalischen hingibt, bis die letzten Sekunden eine Überleitung zum nächsten Song bringen:

Robot Boy:
Hier spielt das Klavier wie in sovielen Songs die erste Geige. Ziemlich monoton wirkender Song, der aber mit sehr viel Gefühl gesungen ist. Auch hier ist eine Überleitung zum nächsten Song vorhanden:

Jornada del Muerto:
Unterdrückter, unverständlicher Gesang wird von deutlichen Gitarrenklängen abgelöst. Dient als Brücke zu:

Waiting for the End:
Schnelles, aber leises Gitarrenspiel mit einem guten Rythmus bilden hier das Hauptgerüst. Anfangs rappt Mike ein wenig, dann folgt Chester mit sehr gefühlvollen Gesang. Sehr eingängiger, poppiger Song, der beim ersten Durchhören gut im Ohr bleibt.

Blackout:
Kleiner, wohl beabsichtigter Bruch, denn es gibt keine Überleitung zu diesem Song. Zumindest nicht direkt: ein ziemlich langes Vorspiel mit Trommeln und tiefen Elektrotönen verwandelt steigert sich schließlich in einen ziemlich technoähnlichen Song mit enorm viel Bass und enorm viel Geschrei. Ab der Hälfte kippt das Ganze und wird zu ruhigerem Gesang bei bleibendem Beat.

Wretches & Kings:
Nach einer ziemlich wilden Rede eines Menschen, der vor der Gefahr der Technik warnt, gibt es gleich Bass ohne Ende. Cooler Rap und lauter Chorus von Chester machen dieses Lied perfekt zum cruisen durch die Stadt.

Wisdom, Justice and Love:
Hier ist der Bruch, der wohl auch die Aufgabe hatte die Fans der Nu-Metal Band zu überzeugen, hauptsächlich vorbei. Der Ausschnitt einer Rede Martin Luther Kings, dessen Rede immer elektronischer wird, bekommt eine sehr ruhige, schöne Klavieruntermalung. Eigentlich ziemlich unspektakulär, doch zusammen mit dem folgenden Song, zu dem es eine Überleitung gibt, sehr sehr emotional.

Iridescent:
"Schillern", ist das nicht ein wunderschöner Name für ein Lied? Und genauso schön ist es auch: sanftes Klavierspiel und leiser, emotionaler Gesang von Mike und ein mindestens ebenso gefühlvoller Refrain von Chester erzeugen die reinste Gänsehaut. Gegen Ende wird der Refrain noch durch Gitarrenklänge sowie einen "Chor" wie bei "Allein Allein" von Polarkreis18 unterstützt, sodass schlussendlich keine Trauer, sondern eine gewisse Freude am Ende des Songs herrscht.
Das Ende fließt wieder in den nächsten Song über:

Fallout:
Ruhige Elektroklänge, die an die Überleitung am Ende von "Shadow of the Day" auf dem Album Minutes to Midnight erinnern, untermalen den ruhigen, anfangs elektonischen Gesang von Mike. Sogesehen eine lange Einleitung zum nächsten Song:

The Catalyst:
Orgelähnliche Klänge, flacher Beat und Rap von Mike machen den Anfang, wobei der Rap, der eigentlich nicht wirklich einer ist, mehrstimmig wird. Wenn der song dann "richtig" losgeht kommt auch wieder der Bass gut zur Geltung.
Interessant ist auch hier wieder ein technoähnlicher Beat, der ab der Hälfte durch einen Bruch von Klavierakkorden abgelöst wird, außerdem wird der Song durch hymnenhafte Gestaltung nochmal ziemlich emotional, wobei dies sich am Ende mit der Anfangsstruktur des Liedes vermischt.

The Messenger:
Eigentlich passt der Song von seiner Art her überhaupt nicht auf das Album, dennoch ist er nicht fehl am Platz. Gitarrenakkorde und ein später einsteigendes Klavier bilden den musikalischen Hintergrund für einen unglaublich emotionalen, aber eher lauten Gesang von Chester. Der Song schoss ihm einmal durch den Kopf, er wurde sofort auf dem Handy aufgenommen (ein hoch auf die Technik!) und im Studio sofort mit voller Hingabe aufgenommen. Wer da keine Gänsehaut bekommt ist selber Schuld!




Als Fazit lässt sich ziehen, dass das "alte" Linkin Park hier mit der Lupe gesucht und nur stellenweise gefunden wird. Doch muss das keineswegs schlecht sein. Die Musikrichtung ist eine andere, aber sie ist komplett gelungen.
Man wird auf eine Reise genommen, wobei man aber natürlich auch einzelne Stationen besuchen kann. Ob die Band wieder zum Nu-Metal zurückkehrt ist ungewiss. War das nur ein "Experiment"? Oder ein Neuanfang. Viel Kritik musste die Scheibe im Vorfeld einstecken, doch hat sie viele Kritiker überzeugt. Es ist keine CD zum einlegen und hören, sondern zum genießen. zwar braucht sie ein paar Anläufe, bis der Funke überspringt, doch lässt sie viel Platz zum entdecken.

Für mich ist das reine Kunst, die aber leider auch die Songtexte im Booklet unleserlich machen, weshalb es auf der Maggi-Skala "nur" 9 von 10 Punkten gibt.
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Re: Linkin Park - A Thousand Suns

Beitrag  Schnie am Mi 30 März - 20:00:19

Ich muss jetzt mal gestehen, dass ich das Cover zum ersten Mal sehe. Ich kann mich nicht entscheiden, wie ich es finden soll...
Zum Album selbst... Ich hab es mir noch nicht angehört, geschweige denn in irgendeiner Weise besorgt. "The Catalyst" hatte mich da ein wenig zu arg abgeschreckt Wink
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Re: Linkin Park - A Thousand Suns

Beitrag  Sharp... am Do 31 März - 21:05:56

ich kenn nur ein lied und das ist blackout
und auch nur weil es in fifa ist
hab früher gern linkin park gehört, die alten alben find ich einfach besser, ganz so ruhige musik ist nicht mein fall
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Re: Linkin Park - A Thousand Suns

Beitrag  Animagus am Fr 1 Apr - 13:28:38

Ob man Musik mag oder nciht ist nach wie vor eine subjektive Beurteilung;
Ich mag das Album eben (beim Cover weiß ich aber auch nciht was ich davon halten soll^^) und empfehle es gerne weiter, weil es in meinen Augen super gelungen und echt etwas Besonderes ist.

@Schnie: Einfach mal ins kalte Wasser springen Wink
@Sharp: Macht ja nix. Ich mag auch kein Death Metal oder Techno.
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Re: Linkin Park - A Thousand Suns

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