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Beitrag  zarah am Mo 6 Jun - 18:19:04

Also, ich muss mir hier mal meinen Frust von der Seele schreiben. Ich arbeite seit 2 Wochen als Aushilfe auf 400 € in der Baumschule in der Nachbarschaft. Das ist ein Knochenjob ohne Ende. Dazu sollte ich vielleicht mal sagen, dass ich damals Gärtnerin im Baumschulbereich gelernt habe, in genau der jetzigen Baumschule 2 Jahre als Gesellin gearbeitet habe und die Damen, die dort mit mir zusammen arbeiten 25 bzw. 10 Jahre ( ich wiederhole JAHRE) dort arbeiten...und wir bekommen ALLE einen Stundenlohn von 6,20€. Das ist doch nicht zu fassen. Und man kann nicht ablehnen oder sich auflehnen, weil man auf den Job angewiesen ist. Wenn man den Mund aufmacht, werden die Polen rangeholt Evil or Very Mad . Und das ist ja nicht der einzige Job, wo die Bezahlung sooo schlecht ist. Vorher war ich ja beim Anwalt im Notariat, dort hatte ich eine 40 Stunden Woche und bekam einen Nettostundenlohn von 6 €, und das dafür, dass ich Verträge aufgesetzt habe, Grundschulden eingetragen etc...also nicht nur einfach rumgedaddelt....der einzige Vorteil, die Arbeit war körperlich absolut nicht anstrengend, da musste man nur seinen Kopf einschalten. Und das Niveau war natürlich wesentlich höher, ich habe es nie erlebt, das der Chef auch nur die Stimme erhoben hat. Also keiner der 4 Anwälte. Soviel Höflichkeit erlebe ich jetzt natürlich auch nicht mehr.
Also, ich will den Mindestlohn! Es sollte doch möglich sein, so viel zu verdienen, dass man zumindest seine Familie ernähren kann.

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Re: Mindestlohn

Beitrag  Animagus am Mi 8 Jun - 4:53:17

Ich will schon seit Jahren den Mindestlohn, aber unsere scheiß Regierung verweigert den ja, damit die Arbeitslosenzahlen weiterhin frisiert werden können. Schweine!
Kann ja wohl nicht sein, dass ich als Ferienarbeiter mehr verdiene als eine gelernte Aushilfskraft. zarah, ist dein genannter Lohn brutto? Frechheit.
Gibts da keine Gewerkschaft? Hat jemand nen guten Kontakt zum Chef?
Ansonsten würde ich mir nach Möglichkeit ne andere Arbeit suchen.
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Re: Mindestlohn

Beitrag  Smartie am Mi 8 Jun - 5:36:14

Das ist doch das Ding mit den 400 Euro Jobs. Arbeitgeber lieben sie, Arbeitnehmer haben keine Wahl. Für Hartz IV Empfänger ist das der Gehalt, den sie nebenbei verdienen können und trotzdem noch volle Unterstützung bekommen. Ich glaube, Steuer und Versicherungen werden gar nicht drauf gezahlt, oder nur in sehr geringem Maße.

Ich bin aber auch für einen Mindestlohn. Wer arbeitet muss doch auch entsprechend dafür entschädigt/belohnt werden.
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Re: Mindestlohn

Beitrag  zarah am Mi 8 Jun - 9:59:46

Nein, wenn man Hartz bekommt muss man zwar für 400 € arbeiten aber es wird was angerechnet, so dass man nur 160 € davon zur Verfügung hat. Im schlechtesten Fall muss man davon noch seine Spritkosten zahlen, wenn man nicht mit dem Rad fahren kann.
Das ist Netto bei mir, nicht Brutto, das wäre ja noch schöner. Und was glaubst du, wie schnell hier die Polen wären, wen man mehr Lohn verlangt Crying or Very sad

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Re: Mindestlohn

Beitrag  Animagus am Fr 10 Jun - 5:35:03

zarah schrieb:Nein, wenn man Hartz bekommt muss man zwar für 400 € arbeiten aber es wird was angerechnet, so dass man nur 160 € davon zur Verfügung hat. Im schlechtesten Fall muss man davon noch seine Spritkosten zahlen, wenn man nicht mit dem Rad fahren kann.
Das ist Netto bei mir, nicht Brutto, das wäre ja noch schöner. Und was glaubst du, wie schnell hier die Polen wären, wen man mehr Lohn verlangt Crying or Very sad

Pendlerpauschale?
Ja okay, ich krieg 7,70€ Brutto. Aber wenn man das hauptberuflich macht ist das natürlich zu wenig.
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Re: Mindestlohn

Beitrag  zarah am Fr 10 Jun - 15:03:26

Pendlerpauschale gibt es nicht für 400 € Jobs, es muss ein versicherungspflichtiger Job sein, also über 400 €. Und dann sind es bei Hartzlern 10 Cent pro km, natürlich nur einfache Strecke. Das bekommt zumindest eine Bekannte von mir. Wenn es endlich den Mindestlohn gibt müssen viele, die jetzt Vollzeit arbeiten, kein Hartz mehr zusätzlich beantragen. In vielen Bereichen gibt es ja den Mindestlohn von 7,50 €, aber ich finde im Netz keine Informationen bzgl. Aushilfskräften. Viele wissen das auch nicht und wenn sie es wissen trauen sie sich aber nicht, was zu sagen, weil sie um ihren Job fürchten

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Re: Mindestlohn

Beitrag  Animagus am Sa 11 Jun - 0:47:00

zarah schrieb:Viele wissen das auch nicht und wenn sie es wissen trauen sie sich aber nicht, was zu sagen, weil sie um ihren Job fürchten

Und genau DAS ist das Problem in Deutschland: niemand macht mal sien Maul auf.
Mir geht das ungemein auf den Keks: alle jammern, jeder heult rum, aber was tun dagegen will keiner. Und dann, wenn es am einfachsten wäre, nämlcih bei der Wahl, geht nichtmal die Hälfte hin. Aber danach sich über das Ergebnis beschweren,d as kann dann plötzlich wieder jeder.

In anderen Ländern Europas ist es Gang&Gebe zu demonstrieren, s. Frankreich. Es wird höchstens mal demonstriert, wenn die Gewerkschaften mehr Geld wollen oder wenns um atomkraft geht. Von den restlichen Themen haben meiner MNeinung nach 95% zu wenig Ahnung um für irgendwas Besseres zu kämpfen.
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Re: Mindestlohn

Beitrag  Dusk am Sa 11 Jun - 1:10:55

Animagus schrieb:
zarah schrieb:Viele wissen das auch nicht und wenn sie es wissen trauen sie sich aber nicht, was zu sagen, weil sie um ihren Job fürchten

Und genau DAS ist das Problem in Deutschland: niemand macht mal sien Maul auf.
Mir geht das ungemein auf den Keks: alle jammern, jeder heult rum, aber was tun dagegen will keiner. Und dann, wenn es am einfachsten wäre, nämlcih bei der Wahl, geht nichtmal die Hälfte hin. Aber danach sich über das Ergebnis beschweren,d as kann dann plötzlich wieder jeder.
Sign.
Aber glaub mal nicht, dass das nur in Deutschland so ist, ich wage mal zu behaupten, dass das ein globales Phänomen sein dürfte.
SPD und Linke müssten btw viel stärker sein, wenn jeder die wählen würde, die Politik für ihn machen (oder vorgeben, das zu tun - hiermit will ich keine Diskussion über die Glaubwürdigkeit von irgendeiner Partei anzetteln, weil das sowieso zu nichts führen würde...)

Animagus schrieb:
Es wird höchstens mal demonstriert, wenn die Gewerkschaften mehr Geld wollen oder wenns um atomkraft geht. Von den restlichen Themen haben meiner MNeinung nach 95% zu wenig Ahnung um für irgendwas Besseres zu kämpfen.
Beispiel Stuttgart 21: Proteste, und ausser Spesen nix gewesen.
Wenn man merkt, dass es nichts bringt, warum weitermachen, werden sich viele sagen..
Ansonsten liegt es in der Natur der Demokratie, dass letztlich auch Unwissende was zu sagen haben.
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Re: Mindestlohn

Beitrag  Animagus am Sa 11 Jun - 1:47:12

Naja, die Franzosen gehen schnell auf die Barrikaden.

Bei S21 kenn ich mich kaum aus, aber es geht ums Prinzip für seine rechte zu kämpfen. Und Stuttgart21 hat sehr wohl etwas erreicht, und selbst wenn es nur der vorzeitige Baustopp und der Bürgerentscheid waren: ohne Proteste wäre das nicht passiert.
Und, krasses Beispiel, in den arabischen Ländern zeigen sich die Erfolge von Demonstrationen, am besten zu sehen in Ägypten.

Und um diese Unwissenden zu überbieten müssen die die Ahnung haben auch wählen gehen.
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Re: Mindestlohn

Beitrag  zarah am Sa 11 Jun - 10:11:40

Das ist ja alles schön und gut, aber hier wird einfach auch vergessen, dass gerade die Gesellschaftsschicht, die wirklich schon ganz unten sitzt, die einfach nicht genug Geld zum wirklichen Leben hat sondern nur zum Überleben...und dann auch gezwungen ist, Rechnungen vor sich herzuschieben weil es einfach nicht reicht, die haben einfach nicht die Kraft und Energie auch noch zu kämpfen, denn der monatliche Kampf, kurz vor Lohnzahlung oder kurz vor Kindergeldzahlung (2-3 Tage vorher) überhaupt Brot auf den Tisch zu bekommen, ist so hart, dass man ganz andere Sorgen hat als auch noch sich mit dem Chef auseinanderzusetzen. Armut hat keine Lobby...klar wird viel in die armen Länder gespendet, da profilieren sich gern mal die Promis, aber Armut fängt auch hier vor der eigenen Haustür an. Ich glaube, viele haben das Problem einfach immer noch nicht erkannt. Und jetzt bitte keine Kommentare, wir Deutschen jammern auf hohem Niveau, klar haben wir immer noch mehr als in anderen Ländern, aber die Messlatte ist ja auch höher. Hast du kein Auto kannst du nicht zur Arbeit, lebst du an der Armutsgrenze ist dein Auto alt, alte Autos verbrauchen mehr Sprit, haben hohe und ständige Reparaturen die man dann zahlen muss....und schon fehlt es wieder an mal eben z.B. 40 € wenn man Glück hat und es nur eine Kleinigkeit war....und genau mit diesen 40 € muss eine vierköpfig Familie in Engpässen auch mal 5 Tage auskommen, die Kühltruhe ist nicht voll...weil, ist ja kein Geld da um sie wirklich zu füllen, verpackte Billigwurst zu 49 Cent ist schnell weg bei 4 Personen, eine Packung Käse kostet nun mal ab 1,45 im Angebot....dafür bekommt man fast 3 Packungen Billigwurst....was kauft man also? Wie lange reichen da 40 €? Und...oh....Zettel von der Schule, für den Ausflug noch mal 8 €, na, ist ja noch was da, kann man ja schnell zahlen, klappt schon irgendwie und....ach, kauft man noch schnell Verpflegung für den Ausflug.....und die Sportschuhe für den Unterricht, naja, die sind halt ein wenig eng...ein paar Wochen geht es noch....
das ist nur ein kleiner Auszug aus dem Leben einer mir bekannten Familie (wir haben inzwischen aufgrund dieser Misere eine Schuhpatenschaft gegründet, jeder gibt etwas in ein Kistchen und bei Bedarf wird dann ein Kind genommen und Schuhe gekauft, eine Sorge weniger)....glaubt ihr wirklich, da denken die Betroffenen noch über Arbeitsstreik nach? Das können die sich gar nicht leisten! Viele leben so jahrelang, vor allem Alleinerziehende, keine Kinderbetreuung in Sicht, wer Kinder hat weiß auch, dass man nicht 100 % im Job geben kann, es ist eigentlich immer irgendwas mit den Kids was ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Die Grundsicherung mag ja vielleicht für Erwachsene vertretbar sein, aber wenn Kinder mit im Haushalt sind muss es einfach eine andere Lösung geben, denn ich denke auch dass viele Menschen für sich selber sorgen können und vor allem dass da die Grundsicherung nur eine Übergangslösung sein soll und muss, man findet fast immer einen Job, aber da muss dann einfach auch der Mindestlohn her, damit diese sich auch wirklich selber versorgen können. Und Kinder müssen einfach mehr gefördert werden und das nicht mit irgendwelchen Bildungsgutscheinen....was für ein Blödsinn, wer braucht das denn....was war das noch...10 € monatlich für irgendeinen Verein oder eine Musikschule oder was weiß ich? Ist euch übrigens schon mal aufgefallen, dass die Arbeitgeber von Müttern benachteiligt sind gegenüber den Arbeitgebern von den Vätern? Denn....jedes Kind hat ja auch einen Vater der verantwortlich ist aber es sind immer die Mütter (in der Regel) die bei Krankheit etc. ausfallen, die unflexibel sind die dadurch einen schlechter bezahlten Job bekommen....ich denke auch , dass die Arbeitgeber der Väter die gleiche Last zu tragen haben wie die Arbeitgeber der Mütter....wie man das allerdings in die Praxis umsetzen kann ist mir auch noch nicht klar. Wäre aber mal eine Überlegung wert.

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Re: Mindestlohn

Beitrag  Animagus am So 12 Jun - 1:57:54

Aber bei all dem Frust der sich da anstaut kann ich nciht verstehen, wieso das imemr noch nicht reicht um etwas dagegen zu tun.
Wollt ihr euch noch länger verarschen lassen? Noch länger mit diesen Sorgen herumschlagen?
Hey so kann das doch ncith weitergehen. Und gerade für eure Kinder müsst ihr das tun.
Bitte nix hineininterpretieren von wegen ich würde behaupten euch seien eure Kinder egal; ich meine, gerade weil die Kinder darunter leiden muss man doch etwas dagegen tun.

Kleine Anmerkung noch zu den Schulausflügen: das wird aber i.d.R. für finanzschwache Familien gezahlt.
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Re: Mindestlohn

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